Ein letzter Eintrag aus Malaysia

Hallo meine Lieben

nachdem ich meinen Blog straeflich vernachlaessigt hatte (in Kambodscha stand dann doch mehr arbeiten als bloggen im Vordergrund), moechte ich heute noch einen letzten Eintrag machen - aus Malaysia. Von Freitag bis Sonntag war ich in Kuala Lumpur und heute, Montag, bin ich zum Taman Negara Nationalpark, also in den Dschungel, gefahren. Elodie, eine Franzoesin, die ich in Kambodscha kennengelernt habe, begleitet mich - zum Gleuck!

Wir haben schon einiges erlebt in den 3 Tagen in KL, an das wir uns sicher irgendwann lachend erinnern werden, aber einiges war in dem betreffenden Moment gar nicht komisch. Ich hatte es schon sehr unterschaetzt, das erste Mal (von Tunesien vor einer Ewigkeit mal abgesehen) in ein muslimisches Land zu reisen. Wir werden immer wieder angestarrt, nur leider nicht auf die freundliche, neugierige Art wie in Kambodscha, sondern doch sehr anzueglich und eindeutig. Sonntag morgen sind wir mit dem Bus nach Melakka gefahren, und als wir am Busbahnhof gewartet haben, lief ein Mann an mir vorbei und hat mir ploetzlich an die Brust gegriffen! Und ist weitergelaufen. Ich war ziemlich schockiert, aber noch schlimmer war, dass die Maenner, die um uns herum sassen, das nur lustig fanden. Kein sehr gutes Gefuehl.

Abends mussten wir ein Taxi von Melakka zurueck nehmen, weil die Frau am Busbahnhof uns morgens das falsche Ticket ausgestellt hat, haben wir aber erst abends gemerkt. Jedenfalls war der Taxifahrer auch sehr bizarr. Er war sehr an unserem Alter und Familienstand (ich muss ja nicht mal luegen, wenn ich sage, dass ich bald heiraten werde, fuer Elodie haben wir noch einen Verlobten erfunden) interessiert und hat betont, dass er ja schon lange eine Frau sucht. So recht mussten wir nicht, was wir davon halten sollten, was aber auch an seinem extrem schlechten Englisch lag, was ihn aber leider nicht vom Erzaehlen abgehalten hat. Mehr Angst als vor Anzueglichkeiten hatte ich aber vor seinen Fahrkuensten, die er bei Regen auf dem Seitenstreifen (!!) bei 90 km/h unter Beweis stellen musste. Da lernt man die deutschen Strassenverhaeltnisse wieder zu schaetzen...

Ausserdem sind die Jugendherbergen in KL katastrophal. Nach zwei schrecklichen Versuchen kann ich das wohl so sagen - furchtbar haesslich, nicht sehr hygienisch und bevorzugt direkt neben lauten Bars gebaut. Zwar super billig, aber wir sind dann gestern doch umgezogen (zum 2. Mal in 3 Tagen)- in ein Hotel, das zum Glueck genauso billig ist, aber doch sehr viel angenehmer.

Tja, wie ihr seht, sind meine Eindruecke von Malaysia bisher nicht die besten. Das Nahverkehrssystem ist zwar ganz gut, aber auch schwer zu durchschauen, und besonders freundlich finde ich die Menschen nicht. Jedoch ist es touristisch schon empfehlenswert, soweit ich das bisher sagen kann (der Park liegt ja noch vor mir). Melakka war sehr schoen (portugiesische, hollaendische und britische Kolonialarchitektur) und KL ist zwar nicht schoen, aber interessant zu sehen und ein riesen Kontrast (viel moderner) zu Pnomh Penh und Ho Chi Minh City. Nur wuerde ich 2 Dinge definitiv empfehlen: Gefuehrte Touren vor Ort machen, um sich weniger dem Nachverkehrssytem und anzueglichen Blicken auszusetzen, oder zumindest in Begleitung eines Mannes reisen. Aber irgendwann werde ich es, so wie wir es gemacht habem, auch einfach als weitere interessante Erfahrung verbuchen.

Und jetzt versuche ich, die negativen Erfahrungen zu vergessen, und mir ein paar schoene Tage im Park zu machen...Nachtwanderung im Dschungel usw. Am Freitag geht's ins gute alte Deutschland zurueck, zu meinem lieben Klaas. Dann war's das auch mit diesem Blog, den ich dann  doch nicht so intensiv genutzt habe, aber wenn ein paar von euch ihn gelesen haben und etwas besser ueber mein Leben hier Bescheid gewusst haben, dann hat er ja schon etwas genutzt. Aber ich freue mich auch darauf, euch bald persoenlich wiederzusehen, Fotos zu zeigen usw...

Eure Christine  

 

7.4.08 07:10, kommentieren

2. Woche auf Hawaii

Hallo meine Lieben

nach langer Zeit berichte ich wieder, diesmal aus Honolulu, Hawaii.  Wie die meisten von euch wissen, habe ich das große Glück, den gesamten Dezember (bis 9.1.) auf Honolulu verbringen zu dürfen, um Recherche zu machen an der University of Hawaii. Habe sogar mein eigenes Büro, was ich nur noch nicht so oft von innen gesehen habe...denn, ihr habt es erraten, ein bisschen Urlaub mache ich hier auch. Seit einer Woche ist Silvie hier und nach etwas Strandleben in Waikiki (sehr touristisch) waren wir für 4 Tage auf Maui. Eine sehr schön, abwechslungsreiche Insel. Wir haben uns fantastische Luxushotels angeschaut, abgeschiedene Strände mit Surfern, ein sehr grünes Tal, den Haleakala Krater  und sind eine abenteuerliche Straße durch den Dschungel gefahren und ich habe in einem Wasserfall gebadet. Könnt ihr euch gerne die Fotos anschauen (www.tinesweltreise.bei.dein-fotoalbum.de) - aber macht mich nicht verantwortlich, wenn ihr ganz schlimmes Fernweh bekommt..:-) Morgen fliegen wir für 2 Tage nach Kauai, die Inseln sind hier alle sehr nah beieinander und Aloha Air (!!) fliegt ganz billig zwischen ihnen hin und her. Daher folgt bestimmt bald Neues.

Ich hoffe, euch allen geht es gut, freue mich immer über Nachrichten aus der Heimat (11h Zeitunterschied entfernt!) und sommerliche Weihnachtsgrüße sendet euch

Christine  

11.12.07 09:22, kommentieren

doch nicht das Land der Träume..

Hallo meine lieben

ich bin nun 6 Wochen hier und die erste große Euphorie ist verflogen. Die Uni ist immer noch toll und das Wetter ist gut, aber ihr wisst ja wie das ist, der Alltag kehrt ein und man nimmt alles als gegeben hin. Bzw. fängt an, auch die schlechten Seiten zu sehen: Das Essen (natürlich), das im unteren Dollarbereich nur die Wahl zwischen Sandwich oder Salat bietet, das merkwürdige Sozialleben (Kneipen gibt es kaum, man trifft sich in Dorms oder privat, was für mich schwierig ist, weil ich weder in einem Dorm wohne noch viele Amis kenne, weil ich keine Kurse an der Uni mache) und es gibt keine Natur in Oakland!! Um die Ecke einen riesigen See, aber so gut wie keinen Baum, mir fehlt die Lahn!! Na ja, zwei meiner lieben Mitbewohner sind ausgezogen, die Nachzügler scheinen eher die Devise "my room is my castle" zu fahren, sie verstecken sich vor der Welt, also auch hier nicht viel Unterhaltung zu erwarten.

Na ja, genug gejammert. Letztes Wochenende war ich im Yosemite National Park, das war doch sehr nett. Sehr schöne Natur und wandern durch einen Hain mit 3000 Jahre alten Bäumen. Habe Fotos auf www.dein-fotoalbum.de gestellt (TinesWeltreise, Passwort up3c). 

Und meine Diss wächst und gedeiht, bin schon weiter als gedacht. Das Thema (Zeugenschutz in Kambodscha) ist sehr spannend, nur manchmal etwas nervig, weil es wirklich keine Literatur dazu gibt. Ich muss die Jurisprudenz von anderen internationalen Strafgerichten als Vorlage nehmen und eigene Vorschläge entwickeln, eine Herausforderung also.

Das war das Update aus Oakland. Bis bald

Christine  

 

 

 

1 Kommentar 16.10.07 17:05, kommentieren

Segeln und Vulkane

Ja meine Lieben,

das letzte Wochenende war sehr ereignisreich - und hat sich mehr oder weniger noch auf den Montag ausgedehnt..:-)

Ich war am Samstag und Sonntag mit Matze, Jörn und Marc, drei Studis, die auch Studienstiftung-Stipendiaten sind, im Lassen Volcanic National Park, nördlich von hier. Samstag war der erste Tag seit Wochen, an dem es geregnet hat...und es war neblig, aber das hat auch zu einer Geisterwald-Atmosphäre beigetragen. Schwefelquellen haben wir immerhin gesehen. Nach einer gepflegten Partie Monopoly mit Corona und Cookies am Samstagabend war dann der Sonntag ein echtes Highlight. Die Sonne kam raus - und Schnee!! Tja, wir waren ja auch auf 2500 Metern. Wir hatten eher mit heißen Quellen gerechnet und ich hatte Badesachen dabei - jedenfalls stand ich plötzlich todesmutig in einem eiskalten Gebirgssee - war aber sehr toll (Fotos könnt ihr auf christine-frey.medion-fotoalbum.de sehen). Und dann haben wir noch 500 Höhenmeter per Wanderung zurückgelegt und sind auf den Lassen Peak, einen (noch aktiven) Vulkan, gestiegen.

Und am Montag hatte ich meine erste Segelstunde. Der Berkeleysegelclub bietet hier zu einem Spottpreis Segelstunden. Das ist aber komplizierter als gedacht!! Hatte mich eher auf entspanntes Bootfahren eingestellt...aber ich beklage mich mal nicht, das Wetter war traumhaft und Segeln hat auch echt Atmosphäre!

Ja, jetzt ruft die Arbeit. Aber nicht das ihr einen falschen Eindruck bekommt - letzte Woche habe ich angefangen zu schreiben und habe schon 11 Seiten...hatte mir die Unterbrechung also redlich verdient :-))

     

25.9.07 17:42, kommentieren

Muskelkater-Wochenende

Nachdem ich also ganz einfrig mit Recherche begonnen habe, habe ich mir jetzt ein aktives Wochenende gegönnt. Mein Mitbewohner Brian hat mich am Montag schon auf eine Wanderung mitgenommen (Point Reyes, nördlich von hier) und mich auf die Website www.meetup.com aufmerksam gemacht. Das ist ne super Sache, Leute machen eine Gruppe zu einem gemeinsamen Hobby auf und man trifft sich dann, zum Wandern zum Beispiel. Ist gut für Leute wie mich, die neu in der Gegend sind und nicht viele Menschen kennen. Gestern war ich also bei einem Meetup in "the City" (also San Francisco), wo wir von 10 bis 15 Uhr durch die Stadtviertel Nob Hill und Russian Hill gewandert sind. Und Hills sind in San Francisco auch wirklich Hills...Das Lustige war, dass, als meine Nationalität enthüllt war, plötzlich alle deutsch mit mir sprechen wollten - na ja, nicht alle, aber ein asiatischer Amerikaner und ein Grieche, die in Deutschland bzw. Wien studiert haben. Man gewinnt  seine Muttersprache plötzlich richtig lieb, wenn man sie sonst 24 Stunden am Tag nicht spricht (kennen ja einige von euch....). Gestern abend war ich mit Rajat, meinem indischen Mitbewohner, im Kino - Shoot 'em up mit Clive Owen, der Film macht seinem Namen alle Ehre, totaler Nonsens, aber irgendwie witzig (und Clive Owen - yummy..:-))

Heute waren Rajat und ich im Wildcat Canyon wandern. War sehr schön, aber auch anstrengend, vor allem, weil wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinkommen mussten - 15 Min. wären es im Autp, knapp 2 Stunden mit Bus und U-Bahn (oder U-Bahn und 1 Stunde laufen, wie wir es auf dem Hinweg gemacht haben) an einem Sonntag...und hier ist der public transport schon super im Vergleich zu sonstigen US-Orten!!

Morgen geht's wieder in die Bib nach Berkeley...ach ja, falls ich es noch nicht erwähnt habe - hier sind es angenehme 25 Grad :-))

2 Kommentare 10.9.07 05:06, kommentieren

1. Woche

Tja, nun bin ich in Oakland angekommen und habe die ersten Tage für eine Orientierung genutzt. Es ist schon spannend, jeden Tag mit dem Stadtplan herumzulaufen und Neues zu entdecken: Sei es der Lake Merritt vor der Haustür (sehr schön zum Joggen) oder dass die Strecke zum Campus in Berkeley doch weiter ist als gedacht und ich so eine ganz fitte Fahrradfahrerin werde. Ach, der Campus -da schlagen deutsche Studentenherzen höher. Ist riesig und schon sehr schick - schöne Grünanlagen, ehrwürdige Gebäude, Stände von Verbindungen mit lustigen lateinischen Namen (Alpha Phi usw.)...nur die Bürokratie ist genauso schlimm wie zuhause, wenn nicht schlimmer. Hoffentlich kriege ich heute library access, dann kann's losgehen. Prof. Cohen hab ich auch schon getroffen und frische Insidernews aus Kambodscha bekommen (die Ermittlungsphase hat begonnen!). Meine internationale WG ist sehr nett, wenn auch nicht ganz so aktiv. Da muss ich noch nachhelfen :-)

Ich freue mich über Einträge oder emails!

Christine  

5 Kommentare 6.9.07 15:59, kommentieren